Es endet nicht

Bühne Claus Peymann macht aus Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ eine Biedermeierkomödie und verabschiedet sich vom Berliner Ensemble

Der Prinz – ein Traumtänzer, ein Seiltänzer. Dieser Einfall des Bühnenbildners Achim Freyer ist ein guter Anfang für Claus Peymanns Inszenierung von Kleists Homburg. Zum Schluss hängt der Prinz (Sabin Tambrea) hoch über dem Bühnenboden in den Seilen wie der gekreuzigte Jesus. Das könnte eine Hommage sein an Bert Brechts Schmähgedicht gegen dieses Stück, das angeblich die Erziehung zum Kadavergehorsam preist. Doch eine solche will der Regisseur am Berliner Ensemble nicht geben. So bleibt Brecht grinsend als Standbild vor der Tür…

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https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-endet-nicht

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Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck“ ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Ferris MC, Balbina, Philipp Poisel und Bilderbuch

Ferris MC: Asilant (Caroline)

Weder Gangster-Rapper, noch sozialdemokratischer Sprechgesangler, erzählt Ferris MC authentisch aus der Parallelwelt der wirklich Abgehängten. Er lebe nicht in Deutschland, er sei eben Asilant, postuliert Ferris mit rostiger Stimme. Packend ist das nicht, aber vielleicht will es das auch gar nicht sein…

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http://www.tagesspiegel.de/kultur/ferris-mc-balbina-philipp-poisel-bilderbuch-die-pop-alben-der-woche-im-soundcheck/19403652.html

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Hitlers Hollywood – Eine Geschichte des deutschen Films

Mit einem reißerisch anmutenden Titel wird ein dokumentarisches Portrait des deutschen Films vom Zerfall der Weimarer Republik bis zum Untergang des Dritten Reichs gezeichnet. Dieser Zeitraum geht einher mit der vollständigen Dekadenz einer hinsichtlich Innovation und Fortschritt einst weltführenden Institution kultureller Produktion. Welche Rolle hatte der deutsche Schauspielfilm als Propagandamittel und warum konnte er vermutlich dadurch bis heute nie an seinen ehemals progressiven und avantgardistischen Charakter anknüpfen? Eine Annäherung mit Verweis auf aktuelle Diskurse der filmischen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.

„Hitlers Hollywood“. Was hat sich Rüdiger Suchsland – seines Zeichens nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit für überregionale Tages- und Wochenzeitungen viel gelesener Filmkritiker – bei der Titelauswahl für sein neuestes selbst produziertes Werk gedacht? Ohne ihm dies an dieser Stelle zu unterstellen, werden böse Zungen mit dem Vorwurf des Pathos sagen: Hitler geht immer. Denn die moderne Personifizierung des Bösen garantiert hohe Einschaltquoten und Auflagezahlen…

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http://postmondaen.net/2017/02/19/hitlers-hollywood-eine-geschichte-des-deutschen-films/

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Jetzt hilft nur noch Kunst

Mexiko vor dem Mauerbau: Die Nerven liegen blank, die Bürger gehen auf die Straße, einzig die Künstler verbreiten heitere Zuversicht. Sie wollen das in Gewalt und Korruption versinkende Land retten.

Mexiko steht in Flammen, überall im Land steigen Rauchsäulen auf und vereinen sich am Himmel zu einer gewaltigen weißen Wolke. Die Wolke ist so groß, dass sie die Vereinigten Staaten im Norden von der Landkarte löscht. Vögel fliegen auf. Der Flächenbrand ist ein Gemälde, das seit Samstag vergangener Woche in der Galerie José García im Zentrum von Mexiko-Stadt ausgestellt wird. Der 1976 in Los Angeles geborene und in Guadalajara lebende Eduardo Sarabia hat es gemalt. Es zeige, sagt er, einen Traum, der ihn schon lange verfolge. Es ist das Bild der Stunde…

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http://www.zeit.de/2017/08/mexiko-usa-kunst-kuenstler-korruption-gewalt

 

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Soapcast auf Speed

Ödipus und Antigone – Ersan Mondtag halluziniert am Berliner Maxim Gorki Theater nach Sophokles einen kommenden Faschismus

Berlin, 17. Februar 2017. Die Erwartungen waren hoch. Regisseur Ersan Mondtag ist so etwas wie ein Shootingstar. Gerade dreißig Jahre alt, wurde er just bereits zum zweiten Mal zum Theatertreffen eingeladen. Nur ein Hype, sagen einige, Feuilleton-Liebling, sagen andere. Mit seiner ersten großen Inszenierung auf dem harten Theatermarkt Berlin hatte er die Chance, es seinen Kritikern zu zeigen. Und zumindest dieser Kritiker hier hätte es sich auch gerne zeigen lassen. Was er dann aber sah, war kein Durchbruch, eher Fraktur. Zugezogen bei einer überambitioniert ausgeführten Fingerübung.

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http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13628:oedipus-und-antigone-ersan-mondtag-halluziniert-am-berliner-maxim-gorki-theater-nach-sophokles-einen-kommenden-faschismus&catid=38&Itemid=40

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Als die Milch nach Blei schmeckte

Das kastanienbraune glatt gekämmte Haar fällt ihr leicht über die sonnengebräunte Schulter und schwingt im Takt eines flotten Schrittes mit. Der Himmel scheint gealtert zu sein, lässt er sich doch, so fern man sich einmal um die eigene Achse dreht und in die Ferne blickt, nur von milchigen Wolken beherrschen, durch welche die Sonne wie ein Scheinwerferlicht im tiefen Morgennebel die Welt erhellt. Es liegt noch eine morgendliche Frische in der Luft, unterstrichen von einer leichten Brise, die Vorbote eines bald nahenden Winters ist und die bei dem Mädchen, dass zu früher Stunde unterwegs ist eine Gänsehaut bewirkt. Sie blickt hinter sich. Nichts. Sie geht noch schneller. In der rechten Hand, die von dicker Hornhaut überzogen ist, hält sie ein Seil, dass am Ende mit dem Zaumzeug einer alten Fuchsstute befestigt ist, deren Erscheinung Zeuge eines harten arbeitsreichen Lebens ist…

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https://zerdenker.wordpress.com/als-es-birnen-und-blei-regnete/

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Automat endlich repariert: Hunderte Väter kehren nach Jahren vom Zigarettenholen zurück

Berlin (Archiv) – In dieser Woche sind hunderte vermisste Väter, die „nur mal schnell Zigaretten holen“ wollten, nach Jahren wieder zu ihren Familien zurückgekehrt. Der Grund für ihre Abwesenheit war offenbar ein defekter Zigarettenautomat, der erst jetzt wieder repariert wurde. Lange wurde angenommen, die Väter hätten ihre Familien unter dem Vorwand des Zigarettenkaufs für immer verlassen.

„Noch nie bin ich so bejubelt worden, wenn ich mit meinem Auto bei einem Automaten vorgefahren bin“, erinnert sich Automatentechniker Walter Friesner von der Tabakvertrieb Fuchs GmbH…

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http://www.der-postillon.com/2016/02/automat-endlich-repariert-hunderte.html#more

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