Neuer Frack für den dicken Ritter

Unter verschärften Bedingungen: Dietrich Hilsdorfs beglückender „Falstaff“ für die immer noch improvisierende Kölner Oper.

Sicher ist es zu beklagen, das die Kölner Oper seit Jahren und wohl auch noch für einige Jahre unter ihr widrigen Bedingungen arbeiten muss. Und niemand wird behaupten wollen, dass das Deutzer Staatenhaus ein idealer Standort sei. Jedes Bühnenereignis, das diesen Namen verdient, muss dort ihm prinzipiell feindlichen Raumbedingungen abgetrotzt werden. Indes setzt die Beschränkung im besten Fall den eisernen Willen, über sie zu triumphieren, und in diesem Sinne zusätzliche künstlerische Dynamik frei – die ungünstigen Rahmenverhältnisse werden dann in Dienst genommen, ihre Bremsklotzqualität verwandelt sich in Anschubenergie.

Dietrich Hilsdorfs Inszenierung von Verdis „Falstaff“ im Staatenhaus I ist ein großartiges Beispiel dafür, was dann alles möglich wird. Solchermaßen wünscht man sich fast, das Haus bleibe noch länger im Ausweichquartier. Ein Beispiel: Der Raum wird durch eine Phalanx relativ dicht stehender weißer Säulen strukturiert, von denen ein weniger einfallsreicher Regisseur sich nur wünschen kann, sie möchten nicht „da“ sein. Hilsdorf hingegen verpasst neun von ihnen korinthische Kapitelle, errichtet direkt hinter ihnen eine schwarze Holzwand mit klassizistischen Portalmotiven, und schon ist es da, das gediegen-neureiche Wohnambiente des Kaufmanns Ford, in dem sich ein Großteil der Handlung begibt.

Weiterlesen unter:

http://www.fr-online.de/theater/-falstaff–an-der-oper-koeln-neuer-frack-fuer-den-dicken-ritter,1473346,34913160,view,asFirstTeaser.html

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