Wimpernschläge

Die Fotografin Eva Kemlein durchstreifte mit ihrer Kamera das Berlin der Nachkriegszeit. Jetzt zeigt das Centrum Judaicum ihr Werk.

Als das Berliner Schloss 1950 gesprengt wurde, hing die Fassade, bevor sie zu Boden krachte, für einen kurzen Moment zitternd in der Luft. Eine Sekunde, in der es schon nicht mehr Gebäude und noch nicht Schutthaufen war, in der es aussah wie eine zerplatzende Illusion. Für solche Momente hatte die Fotojournalistin Eva Kemlein ein Gespür, auch wenn sich diese Ebene ihrer Aufnahmen oft erst auf den zweiten Blick erschließt, so unprätentiös kommen sie daher.

Pragmatisch begann auch ihre Karriere. Im Mai 1945 standen der Journalist Rudolf Herrnstadt und der Schriftsteller Fritz Erpenbeck bei ihr vor der Tür. Mit der Frage „Hast du noch ’ne Kamera?“ wurde sie als Fotoreporterin für die entstehende „Berliner Zeitung“ rekrutiert. Bildmaterial musste her. Kemlein, 1909 als jüdische Kaufmannstochter in Charlottenburg geboren, hatte vor dem Krieg kurz als Fotografin gearbeitet – vor dem Berufsverbot durch die Nazis und bevor sie sich über drei Jahre bis Kriegsende in Berliner Kellern verstecken musste.

Weiterlesen unter:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/eva-kemlein-im-centrum-judaicum-wimpernschlaege/14826900.html

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