Im Lichtkäfig

Der Fremde – Philipp Preuss nähert sich Camus an der Schaubühne Berlin auf puristische Weise

Es war die Hitze. Sie hat Meursaults Sinne vernebelt. Mehr kann er nicht sagen dazu, warum er den „Araber“ am Strand erschossen hat. Ohne Mordmotiv, ohne Anlass. So dass das Gericht ihn am Ende auf Basis seiner vermeintlichen Gefühllosigkeit nach dem Tod seiner Mutter als Mörder verurteilt.

Diese schreckliche Hitze. Im Studio der Schaubühne ist sie nicht heiß, sondern hell. Philipp Preuss übersetzt sie synästhetisch in weißes Licht. Drei Meursaults stellt er in einen nach vorne offenen Käfig aus Neonröhren. Wenn es so richtig heiß wird, korrespondieren leise Zikadengeräusche mit dem Flackern der Röhren, und an den Seiten werden noch zwei Spots aufgeblendet, die den Zuschauer*innen in die Gesichter strahlen, so dass sie ihre Blicke für einen Moment von den drei Grauanzugträgern auf der Bühne ablenken müssen. Und Meursaults durch die Hitze gestörte Wahrnehmung quasi kurz am eigenen Leibe erleben.

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http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13229:der-fremde-philipp-preuss-naehert-sich-camus-an-der-schaubuehne-berlin-auf-puristische-weise&catid=38&Itemid=40

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