„Die sind prüde bis zum Abwinken“

In der Diskussion um die Kammerspiele sind die Fronten verhärtet, manche sprechen von einer Krise – stimmt das? Ein Gespräch mit dem Chefdramaturgen der Münchner Kammerspiele Benjamin von Blomberg.

In jüngster Zeit ist massive Kritik an Ihrem Theater laut geworden. Schauspieler verlassen das Ensemble, Inszenierungen werden abgesagt, die Theaterkritik wettert gegen performative Exzesse. Wie sehr trifft es einen, als „Pipifax-Theater“ beschimpft zu werden?

Es trifft mich nicht auf der Ebene des persönlichen Narzissmus, es trifft mich, weil es aus heiterem Himmel kam. Das ist der zweite Intendantenwechsel, den ich mitmache. Ich kenne Umbrüche und weiß, wie Presse und Publikum reagieren. Aber in dieser Vehemenz habe ich das nicht kommen sehen.

Wie konnte es dazu kommen?

Am Anfang ging es darum, wofür Matthias Lilienthal steht: der Straßenköter, der Typ, der irgendwann mal „Kunstkacke“ gesagt hat und unfreiwillig für das kapitalistisch-neoliberale System in Anspruch genommen wird. Man vergibt unglaublich viele Etiketten, statt hinzugucken, was gerade passiert. Das ist ein Problem für diese Stadt, dass man nicht über Matthias Lilienthals T-Shirt-Farbe sprechen sollte, sondern über unterschiedliche Auffassungen von Theater und Ausdrucksweisen. Das ist die Schönheit des Unterfangens, und das ist viel größer als Matthias Lilienthal und ganz sicher viel größer als seine T-Shirt-Farbe.

Weiterlesen unter:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/muenchner-kammerspiele-die-sind-pruede-bis-zum-abwinken-14532518.html

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