Politische Popos

Bewegung Rhythmisches Wackeln mit dem Hinterteil: Das ist Twerking, ein starker Tanzstil, der sich klar gegen Diskriminierung wendet

Im Zentrum steht immer der Arsch: Enthusiastisch wackelt das Fett auf und ab, die Wirbelsäule schwingt wie ein Gummitwist, die Oberschenkel vibrieren im Takt. So sieht es aus, wenn getwerkt wird. Kraftvoll, sexy. Und so sehr diese Beschreibung zutreffen mag, ist sie zugleich das große Missverständnis beim Twerken: Dass es bei diesem Tanz darum geht, wie er für andere aussieht. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.

Seit Miley Cyrus 2013 bei den MTV Awards in einem fleischfarbenen Latexhöschen ihren Po gegen den Sänger Robin Thicke twerkte, ist aber genau das passiert: Twerk ist in der popkulturellen Vermarktungsindustrie angekommen, als bestaun- oder auch begaffbares Trendphänomen. Ein Jahr später veröffentlichte die Rapperin Nicki Minaj ihr Video zum Song Anaconda, eine viereinhalbminütige Zelebrierung des Pos, inszeniert irgendwo zwischen Geld, Gold und Fetisch. Ihr wirklich beeindruckendes Hinterteil erhebt sich majestätisch über Minajs Kopf und schwingt in Slomo und wellenförmig im Takt. Ohnehin trendet derArsch in der Mode wie in der Sportwelt. In den USA boomt mittlerweile der (Schwarz-)Markt für Brazilian Butt Lifts, und die professionelle Twerkerin Lexy Panterra hat mit ihren Twerk Outs eine eigene Fitnessmarke geschaffen: Sie verkauft weltweit Kurse, eine eigene App, plant eine Reality Show und eine Tour. Getwerkt wird in den Videos von Beyoncé, Alicia Keys, Rihanna und der weißen Rapperin Iggy Azalea. Nur: So war das nie gemeint.

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https://www.freitag.de/autoren/juloeffl/politische-popos

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