Männerfantasien

Ausstellung Das Frankfurter Städel-Museum führt durch den Geschlechterkampf der Kunstgeschichte – stellt aber leider keine Verbindung zur Gegenwart her

Der Auftakt ist furios, ein altmeisterliches Fest. Ein Kabinett im Halbdunklen, die Wände schwarz und grau gestrichen, zu sehen sind die unterschiedlichsten Darstellungen von Adam und Eva, dieser Ur-Erzählung des Kampfs zwischen Mann und Frau. Wuchtige Schinken hängen neben früher Fotografie, zwischen den Bildern steht eine Figur von Auguste Rodin.

Franz von Stucks Gemälde, es stammt aus dem eigenen Bestand des Städel-Museums, zeigt Eva als hinterlistige Sexbombe. Lasziv fällt ihr Kopf zurück. Die Schlange, in deren Mund der paradiesische Apfel für Adam steckt, wickelt sich um ihren makellosen Körper, bedeckt artig die Scham. Der abgewinkelte, rechte Arm lässt sich als selbstbewusste Geste deuten. Lüstern geht ihr Blick zum Mann, der den verbotenen Apfel übersieht, weil er nur Augen für den Körper der Frau hat. Noch softpornomäßiger ist eine Malerei des Briten John Collier, der zur Gruppe der Präraffaeliten gezählt wird. Das Gemälde stellt Lilith dar, in der jüdischen Mythologie die erste Frau Adams. Die sie umschlingende Schlange giert nach Liliths Brust, ihr üppiges Haar ist kupferrot. Der Salonmaler Collier hat sich mit ihr ein Pin-up-Girl, ein trophy wife erschaffen.

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