Sie ist geweiht

Hamburg, 2. Januar 2017. Ach, was konnte man sich während der vergangenen zehn Jahre beim Hamburger Partysmalltalk über die Elbphilharmonie in die Haare bekommen. Vorbei – der Riss, der sich durch die Stadt zog, wirkt gekittet, seit das Haus Anfang November zumindest in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Hanseaten scheinen ihren Frieden mit dem tatsächlich eindrucksvollen Bauwerk gemacht zu haben, selbst die Marketingverniedlichung „Elphi“ wird hier und da verwendet, wenn auch mit halbironischem Zungenschlag. Einzig Rechtsaußen poltert kulturfeindlich, dass ein von der öffentlichen Hand gefördertes Konzerthaus Geldverschwendung sei, ansonsten herrscht einig Elphiliebe, die die kluge Argumentation von Petra Schellen, die in der taz das Narrativ vom „Haus für alle“ als Mythos darstellte, als Mäkeln einordnet, das zur allgemeinen Begeisterung irgendwie dazugehört. Allerdings bleibt die Begeisterung bis jetzt eigenartig kunstfern. Landmarke, Touristenmagnet, architektonisches Meisterwerk, Millionengrab, das sind alles Einschätzungen, die nichts mit der eigentlichen Bestimmung eines Konzertsaals als Kulturort zu tun haben. Das kommt nicht von ungefähr: Das bislang einzige genuin künstlerische Event in dem ehemaligen Hafenspeicher war die etwas wichtigtuerische Soundinstallation „The Ship“ von Brian Eno.

Weiterlesen unter:

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13470:figure-humaine-sasha-waltz-eroeffnet-die-hamburger-elbphilharmonie&catid=38&Itemid=40

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